Kreativität und Urheberrecht in der digitalen Welt

Michael Geist über drei Strategien der Rechteindustrie

4. Februar 2012, 15:42h, · Kategorie: ACTA · Digitales Rechtemanagement · Netzpolitik · Politik · Rechtsdurchsetzung im Internet · Urheberrecht

Ein langer und mit Akronymen gespickter, aber lehrreicher Vortrag von Michael Geist, in dem er das strategische Geflecht in den internationalen Copyright Wars und den Weg zu SOPA, ACTA & Co. analysiert: Beyond SOPA – ACTA, WIPO, and the Global Copyfight.

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Freischreiber: Positionspapier zum Dritten Korb

3. Februar 2012, 12:53h, · Kategorie: Allgemein · Journalismus · Privatkopie · Rechtsdurchsetzung im Internet · Verträge

Der Verband der freien Journalisten Freischreiber hat ein Positionspapier zum Dritten Korb, also der anstehenden Urheberrechtsreform, veröffentlicht. Hierin fordern sie die Politik auf, sich mehr für die Belange der Urheber einzusetzen.

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Keine Abmahnwelle wegen Megaupload (auch, wenn die Bild das schreibt)

31. Januar 2012, 15:11h, · Kategorie: Abmahnungen · Klagen · Rechtsdurchsetzung im Internet

In der Zeitung mit den großen Buchstaben faselt mal wieder ein Ahnungsloser von einer Abmahnwelle, die angeblich auf deutsche Nutzer zurollt, weil die US-Behörden Megaupload hochgehen ließen:

Aufruhr im Internet: Nach der Schließung von Kim Schmitz’ (37) Daten-Tauschbörse „Megaupload“ schwappt eine Abmahnwelle so hoch wie noch nie durch Deutschland! Der Grund: Internet-Piraterie mit Kinofilmen, Musik, Spielen, Pornos…

Da das völliger Unsinn ist, gibt’s hier auch keinen Belohnungslink. Wer den Quatsch wirklich lesen will, kann ja gugeln. Dankenswerter Weise hat Udo Vetter bereits in seinem Blog beschrieben, warum die Einschätzung der Bild Humbug ist: Was Megaupload-Kunden befürchten müssen. Kurzfassung: nicht viel.

Was aber tun, wenn doch eine Abmahnung kommt (auch aus anderen Gründen)? Hier gibt’s Informationen dazu (auf die man vertrauen kann) von uns: Post vom Anwalt: Was tun?

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GEMA gibt neue Stellungnahme zu CC-Lizenzen ab

31. Januar 2012, 12:55h, · Kategorie: Allgemein · Creative Commons · Kreativwirtschaft · Kulturwirtschaft · Lizenzen · Musik · Urheberrecht · Verwertungsgesellschaften

Im Nachgang zum Start des neuesten Pilotprojekts zum Einsatz von CC-Lizenzen durch Mitglieder von Musik-Verwertungsgesellschaften hat die Redaktion von telemedicus.info die GEMA um eine Stellungnahme gebeten. Darin erfährt man einiges über angeblich eherne Vertragswerke, unwillige Mitglieder und Rosinen. Die Analysen von telemedicus und iRights untersuchen den GEMA-Text eingehend.

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Überraschung! Unterhaltungsindustrie boomt

31. Januar 2012, 11:07h, · Kategorie: Ökonomie · Bücher · Branchen · Film · Games · Geschäftsmodelle · Kreativwirtschaft · Kulturwirtschaft · Statistiken · Video

Mike Masnick, Gründer und Chef von Techdirt, hat untersucht, wie sich die Unterhaltungsindustrie in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Mit dem Verweis darauf, dass massenhafte Urheberrechtsverletzungen dazu führen, dass das Geschäft wegbricht, fordern die Lobbyisten von Musik-, Film- und Buchindustrie seit Jahren schärfere Gesetze  (wie ACTA, SOPA und PIPA), die zum Teil soweit gehen, massiv die Bürgerrechte zu beschränken.

Heraus kam bei Masnicks Untersuchung allerdings, dass die Umsätze der Unternehmen und der Wert der Branchen gestiegen sind, nicht gefallen – z.T. massiv. Die Studie kann kostenlos heruntergeladen werden (s.u.); Masnick hat außerdem die interessantesten Zahlen in einer schönen Infografik dargestellt.

 

 

TheSkyIsRisingReport

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Urheberrecht, Kunst und Kultur: Initiative und Gegen-Initiative in Österreich

26. Januar 2012, 12:40h, · Kategorie: Kreativwirtschaft · Kulturwirtschaft · Kunst

Ein Gastbeitrag von Leonhard Dobusch

Nach längerer Vorlaufzeit hat sich diese Woche in Wien die Initiative “Kunst hat Recht”  der Öffentlichkeit präsentiert. Die selbsternannte “Initiative für das Recht auf geistiges Eigentum” listet eine Reihe von Kunstschaffenden als Initiatoren – unter ihnen die ehemalige grüne EU-Parlamentarierin Mercedes Echerer –  und führt als Partner auf ihrer Homepage bislang ausschließlich Verwertungsgesellschaften wie zum Beispiel das österreichische GEMA-Pendant AKM an. In der Gründungsdeklaration singt die Initiative das altbekannte Klagelied von der Gratiskultur im Netz:

Es hat sich die Meinung verbreitet, dass die Durchsetzung unseres Rechts „falsch“ wäre. Teile der Internet-Industrie leben gut von der „Gratiskultur“, die ein Missbrauch unserer Werke ist. Die massenhafte Enteignung der Kunstschaffenden hat nichts mit Informationsfreiheit zu tun. Wir Kunstschaffenden können das nicht länger hinnehmen.

Bereits zwei Tage nach Veröffentlichung dieser Plattform hat sich nun über einen Gastbeitrag in der Tageszeitung “Der Standard” eine, ebenfalls von Kunstschaffenden getragene, Gegeninitiative konstituiert. Die Initiatoren aus dem Umfeld des Wiener World Information Institutes argumentieren, dass sich Kunstschaffende mit einer Forderung nach einer Stärkung geistiger Eigentumsrechte ins eigene Fleisch schneiden. Sie warnen, dass bereits der bisherige Ausbau insbesondere von Urheberrechten der Mehrheit der Kunstschaffenden mehr geschadet als genützt hat:

Global wie national wurden die Urheberrechte massiv ausgebaut, dennoch wurden die Arbeitsbedingungen und Lebensgrundlagen für freie Kulturschaffende immer schlechter. Wie kann das sein? Der Ausbau der Urheberrechte schafft neue Einkommensquellen, vor allem aber neue Kosten. Leider sind diese nicht gleichmäßig verteilt. Die zunehmend verschärfte und unübersichtliche Rechtslage nützt vor allem Großkonzernen und ihrem juristischen Personal. Kleine und unabhängige Produzenten hingegen sind in mehrfacher Weise benachteiligt. Für nicht industriell auf den Massenmarkt orientierte Produkte werden finanzielle und administrative Barrieren errichtet, die neue und experimentelle kulturelle Praxen schon im Keim ersticken.

Diese Dimension von Urheberrechten nicht nur als Einkommensquelle sondern auch als Kostenfaktor für Kunst- und Kulturschaffende ist in der Debatte in Deutschland bislang noch völlig unterrepräsentiert. Einer der Mitautoren des Gastbeitrags, Felix Stalder, hat sich aber bereits vor längerer Zeit etwas ausführlicher diesem Thema in einem englischen Beitrag für Eurozine gewidmet. Dessen angesichts der hitziger werdenden Urheberrechtsdebatte durchaus programmatischer Titel: “Relax!”

Der Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Leonhard Dobusch, Netzpolitik.org

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Ausschreibung: Praktikum bei iRights.info

23. Januar 2012, 16:52h, · Kategorie: Allgemein · In eigener Sache

iRights.info ist die zentrale Informationsplattform zu aktuellen urheberrechtlichen Fragestellungen und Entwicklungen in der digitalen Welt.

Wir suchen ab dem 01.03.2012 einen Praktikanten/eine Praktikantin, der/die uns in unserer Arbeit unterstützt.

Voraussetzungen:
-Rechtliche Vorkenntnisse und Interesse am Urheberrecht, und ggf. weiteren internetrelevanten Rechtsgebieten
-Interesse an der journalistischen Bearbeitung und Aufbereitung des Themas.
-hohe Motivation, sich in die Prozesse bei iRights einzubringen
-journalistische Vorkenntnisse erwünscht
-gerne Studentinnen oder Studenten
-Tätigkeit ist ortsungebunden, ansässig in Berlin aber von Vorteil
-gute Englischkenntnisse
-Das Praktikum ist bezahlt

Bei der Bewerbung bitte folgende Informationen schicken:

-kurzes Motivationsschreiben
-kurzer CV mit bisherigen Erfahrungen

alles per Mail bis zum 15.02. an: team@irights.info

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Großartig: Jon Stewart zu SOPA und PIPA

20. Januar 2012, 14:05h, · Kategorie: Netzpolitik · Rechtsdurchsetzung im Internet · Urheberrecht

Gut, ich gebe zu: Jon Stewarts “Kommentar” zu SOPA und PIPA rockt etwas mehr als mein eigener. Aber ich arbeitet dran. Ein Muss für alle, die Englisch verstehen:

The Daily Show
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Netzkommentar: Der Stop Online Piracy Act (SOPA) und die Folgen

20. Januar 2012, 11:13h, · Kategorie: Netzpolitik · Rechtsdurchsetzung im Internet · Urheberrecht

Für die Netzreporter bei DRadio Wissen habe ich die möglichen Auswirkungen der Gesetze kommentiert, die derzeit für massenhafte Proteste im Netz sorgen: den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den Protect IP Act (PIPA):

SOPA und die Folgen für Europa (mp3, 1,5 MB)

Hier ist das Manuskript: [Mehr lesen →]

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Sido: Das mit dem Urheberrecht und dem Puff

18. Januar 2012, 11:30h, · Kategorie: Allgemein · Film · Musik

Der deutsche Kulturrat hat sich bisher nicht so mit popkulturellen Kompetenzen hervorgetan. Aber nachdem Rüpelräpper Sido in einem Clip zu seinem Film “Blutsbrüdaz” erklärt, dass das mit dem Bezahlen genauso ist wie im Puff, da denkt man ja auch nicht dran, ohne rauszugehen, erklärt der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, in einer Pressemitteilung, wieso das voll krass cool ist:

“Sido als neue Galionsfigur des Urheberrechts – wer hätte das gedacht. Ich finde es absolut begrüßenswert und beispielhaft, wie Sido als Künstler für seine Rechte eintritt. Die zum Teil deftigen Worte und Gesten des Rappers werden Wirkung zeigen. Er schafft es, mit den richtigen Worten die richtige Zielgruppe anzusprechen. Bislang wurde in ähnlichen Filmen und Aufrufen hauptsächlich mit rechtlichen Konsequenzen gedroht. Sido jedoch würzt seine Ansprache mit Humor und schafft es gleichzeitig, auf die zentrale Bedeutung der finanziellen Entlohnung für künstlerisches Schaffen hinzuweisen. Ein solches Herangehen halte ich für sinnvoller, als zum Beispiel die gerade in den Vereinigten Staaten diskutierten gesetzlichen Maßnahmen, die zum Teil die Freiheit des Netzes gefährden, ohne den Wert der Kreativität wirklich nachhaltig zu sichern.”

Hier der fragliche Clip:

Mein Humor ist das nicht. Aber ich bin wohl auch nicht die Zielgruppe. Und wohl auch nicht die andere Hälfte der Menschheit mit XX-Chromosom.

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